Was ist CBD und wie wirkt es?

Die Anwendung von Cannabis als Arzneimittel hat eine jahrtausendealte Tradition. Die Blüten
der weiblichen Hanfpflanze sind sozusagen die Speerspitzen mit über 600 verschiedenen
wertvollen Molekülen. Eine Klasse dieser natürlichen Wirkstoffe, die zirka 100
unterschiedliche Vertreter umfasst, sind die sogenannten Cannabinoide. Der bekannteste
Vertreter aus dieser Gruppe ist das Arzneimittel- und Betäubungsmittel regulierte
Tetrahydrocannabinol (THC). Wichtig zu erwähnen an dieser Stelle – nicht alle Hanfpflanzen
produzieren THC in relevanten Mengen. Dazu zählen unter anderem die zugelassenen EU-
Nutzhanfsorten – landwirtschaftlich betrachtet hoch interessante Pflanzen, die vermehrt
auch in Deutschland angebaut werden.
Ein weiteres Cannabinoid ist das nicht psychoaktive Cannabidiol - besser bekannt als CBD. Im
Gegensatz zu THC, verursacht das völlig legale CBD kein „High“ und fällt somit nicht unter das
Suchtmittelgesetz. Auch CBD wird zweifelsohne ein medizinisch signifikanter Nutzen
zugesprochen und wird als wohltuend, entzündungshemmend, entkrampfend, anti-
bakteriell, anti-viral und anti-tumorös beschrieben. So veröffentlichte die
Weltgesundheitsorganisation WHO 2017 einen Bericht, der CBD als therapeutisch wertvoll
einstuft und Einsätze bei zahlreichen Erkrankungen aufzeigt. Es wird jedoch auch darauf
hingewiesen, dass teilweise noch groß angelegte klinische Studien fehlen. In Kanada zum
Beispiel kann CBD als „third-line treatment“ bei chronischen Schmerzen bereits verordnet
werden. Des Weiteren kommunizierte die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA im Juli
2018 positive klinische Daten von CBD zur Behandlung von schweren Formen von Epilepsie
und eine damit verbundene Marktzulassung als Medikament.
CBD wirkt wie alle Cannabinoide über das körpereigene Endocannabinoid System nach dem
Schlüssel-Schloss Prinzip. Die genaue Charakterisierung von CBD hinsichtlich der molekularen
Wirkmechanismen ist derzeit Bestandteil der Forschung.
Autor: Dr. Daniel Feurstein